Forum Unternehmensrecht: MoMiG in der Praxis – insbesondere der Notare
Mehr als 100 Interessierte aus Wissenschaft, universitärer Ausbildung und Praxis nahmen am Forum Unternehmensrecht zu Auswirkungen des MoMiGs auf die vorbeugende Rechtspflege durch Notare teil.
Frau Prof. Dr. Nicola Preuß, Inhaberin der Professur für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht und Handelsrecht an der hiesigen Fakultät, eröffnete den Abend mit ihrem Vortrag über den „Kampf der Kulturen – Die Bedeutung der vorsorgenden Rechtspflege im reformierten GmbH-Recht.“ Frau Prof. Preuß hob den Reformdruck durch den Wettbewerb verschiedener Rechtsordnungen hervor und erläuterte Vor- und Nachteile einer notariellen vorsorgenden Rechtspflege für die GmbH. Mehrere durch den Gesetzgeber eingeführte Erleichterungen hinsichtlich einer Beteiligung des Notars beleuchtete Frau Prof. Preuß kritisch. Insbesondere für das vereinfachte Gründungsverfahren mit Mustersatzung, die Führung der Gesellschafterliste, die modifizierten Kapitalaufbringungsregeln sowie die Beteiligung eines oder mehrerer Notare an Kapitalmaßnahmen zeigte Frau Prof. Preuß Anwendungsschwierigkeiten und systematische Zweifelsfragen auf.
Im Anschluss erläuterte der Düsseldorfer Notar Herr Dr. Norbert Zimmermann, LL.M. (Harvard) in seinem Vortrag „Leben mit dem MoMiG – Anforderungen an die vorsorgende Rechtspflege aus der Sicht des Notars“, wie das reformierte GmbH-Recht in der Praxis von den Notaren gehandhabt werde. So bestünden wie bei allen Reformen erhebliche Unsicherheiten bei der Beratung. Vor allem für das Musterprotokoll, Kapitalaufbringung und Kapitalmaßnahmen sowie die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) schilderte Dr. Zimmermann sehr anschaulich die sich vorsichtig etablierende Anwendungspraxis.
In der anschließenden Diskussion wurde von praktischen Erfahrungen mit dem reformierten GmbH-Recht und insbesondere mit der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) berichtet. Besondere Erwähnung fand der gutgläubige Erwerb von Gesellschaftsanteilen. Hier setzten sich Publikum und Referenten intensiv mit Gestaltungsmöglichkeiten insbesondere bei aufschiebend bedingter Anteilsveräußerung auseinander.
Bericht verfasst von Wiss. Mit. Dominik Marzinkowski